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Moringer Mühlen





Neben dem Wald gehörten die Gewässer schon seit altersher zum "Reichtum" Moringens. Unsere alte Stadt war als "Mühlenstadt" im weiten Umkreis bekannt, und der Bach "die Mor" hat ihr sogar den Namen gegeben.

Werfen Sie also mit mir zusammen einen Blick in die Geschichte und Geschichten um die "Moringer Wassermühlen".


Die folgende Textpassage ist zitiert aus:
Wilhelm Kleeberg, Niedersächsische Mühlengeschichte, Hannover 1978

Moringen hat eine alte Mühlengeschichte. Nach Zeichner „Aus 1000 Jahren Moringer Geschichte“ gab es etwa um 1550 die Stennebergsmühle, die Hagenbergsmühle, die Tutenmühle und die Papiermühle. Die Stennebergsmühle sei 1683, so heißt es in einem Bericht von 1715 (der aber mit dem zuerst Gesagten nicht übereinstimmt), von Jürgen Reiners als Ölmühle erbaut worden; 1685 sei die Mahl- und Grützemühle hinzugekommen. Auf der Karte von Moringen aus dem Jahre 1734 sei innerhalb der Mauer an der Mühlenstraße die Wassermühle verzeichnet, die heute noch mit einem schönen Wasserrad in Betrieb ist und dem Müller und Bäcker Ernst Keller gehört. Der jetzige Bau ist 1876 an Stelle der alten Mühle durch August Nickel errichtet worden, dem der Sohn Hermann Nickel folgte und 1923 Ernst Keller. Diese Mühle mit dem 4,80 Meter Durchmesser großen Wasserrad ist unbedingt erhaltungswürdig.

Wassermühle Moringen (Keller)

Die Hagenbergsmühle ist die seit 1956 stillliegende, in mehreren Generationen der Familie Becker gehörende Wassermühle, die 1635 schon genannt ist und eine zum Amt Möringen gehörende herschaftliche Erbenzinsmühle war. Von ihr sind noch alte Lehnsbriefe vorhanden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte sie einem Müller Lemke, dann kam sie durch Einheirat an den ersten Müller Becker, dann an dessen Nachkommen Wilhelm Becker, Ferdinand B. sen. und jur. Bei dieser Mühle war auch ein Ölschlag, den ein gleichnamiger Verwandter des Mahlmüllers Becker hatte.

Die eingangs erwähnte Tutenmühle lag unterhalb der Hagenbergsmühle; sie war zuletzt bis etwa 1920 die Spinnerei und Weberei Wilhelm Klie, ist dann abgebrannt und verschwunden.
Gegenüber der Hagenbergsmühle liegen jetzt noch die Gebäude der etwa 1914 eingegangenen Papierfabrik, einer Papiermühle.

Die Stennebergsmühle ist schon viele Jahre nur noch Gasthaus. Ferner wird bei Zeichner noch die Brauhausmühle genannt, die das jetzige Wohnhaus Barnkothe ist. Er sagt, sie müsse schon vor 1489 errichtet worden sein. Von 1846 liegt noch ein Erbenzinsbrief für Conrad Carl Nolte vor.

Die sogenannte Schimpfmühle, auch Opferteichsmühle genannt, liegt an einem Teich mit vielen Quellen. Vermutlich war hier eine germanische Kultstätte, auch die hier erfolgte Klostergründung hindeutet. Die Mühle, die noch ein Wasserrad von vier Meter Durchmesser besitzt, kam 1873 durch Kauf an den Müller Theodor Schimpf, dann an dessen Schwiegersohn August Bullerdiek, dem der Sohn Wilhelm Bullerdiek folgte. Das alte stehende Vorgelege mit Holzrädern ist noch vorhanden. Die Mühle, die früher auch einen Ölschlag hatte, ist nur noch zum Schroten in Betrieb. Das jetzige Mühlenhaus dürfte aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen.

Wassermühle Moringen (Opferteichsmühle)

Ferner lag im Oberdorf am Mühlenwasser die Wassersägemühle Adolf Piepenbrink, der sie 1936 von seinem Vater gleichen Namens übernahm, welcher sie 1912 gekauft hatte. (Hier irrt Kleeberg und verwechselt die Mühle des Oberdorfer Mühlenguts mit der Deichwallsmühle) 1585 wird ohne Bezeichnung der Mühle ein Müller Salomon Wethen genannt.

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